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Durch den freiwilligen Zusammenschluss der drei bisher selbständigen Gemeinden Warmisried, Oberegg und Unteregg entstand im Zuge der Reform vom Jahre 1972 die Gemeinde Unteregg. Sie ist der Verwaltungsgemeinschaft Dirlewang angegliedert.

Die Gemeinde Unteregg umfaßt eine  Fläche von 23,76 KM² die Ortsverbindungsstraßen weisen eine Länge von 25 km aus. Auf einer Länge von ca. 7,5 km durchschneidet die Mindel das Gemeindegebiet.

 Der Ort  Unteregg  ist wahrscheinlich eine alemannische Siedlung. Auf die Christianisierung des Ortes in fränkischer Zeit deutet das St.Martins-Patronat der Pfarrkirche hin.

Ihre geographische Lage - Auf der Unteren Egg - gab der Siedlung ihren Namen. Im Bereich des heutigen Pfarrhofs befand sich in frühester  Zeit an dieser strategisch wichtigen Stelle eine Fliehburg mit Wehrturm (Untergeschoss des  Kirchturms). Eine erste Erwähnung des Ortes findet sich im 12. Jahrhundert.
 
Vom Stift Kempten wie auch von der Herrschaft Mindelheim erwarb Hans von Stein im 15. Jahrhundert sämtliche Güter sowie die Vogteirechte (1461). Auch die niedergerichtlichen Rechte von Egg gingen von Ritter Peter von Freiberg zu Isenberg und Ott Bentzauer zu Keninat an die Herrschaft Stein über.

1585wurde der Besitz von Adam von Stein an seinen Schwager Hans von Schönau, der auch in Ungarn bedeutende Lände­reien besaß, übergeben. Zwischenzeitlich kam Unteregg an die Memmminger Patrizierfamilie Benzenau. Mit Aussterben der Herren von Schö­nau übernahm das Reichsstift Ottobeuren 1757 deren Besitz. Zusammen mit Oberegg und acht Weilern und Einöden wurde  das Gericht Egg gebildet.

Ab 1803 dem königlichen Landgericht Ottobeuren unterstellt, 1862 dann dem Bezirksamt Memmingen angegliedert, wurde Unteregg gemeinsam mit der Gemeinde Oberegg am 1.10.1865 dem Landkreis Mindelheim einverleibt. Bis ins 14. Jahrhundert ist uns wenig über den Ort bekannt, erst im Schwedenkrieg, den uns

Der damalige Pfarrer Stefan Mayer mit all seinen Gräueln genauestens aufgezeichnet hat, erfahren wir mehr über die damaligen Verhältnisse. „Am Quatemberfreitag nach Pfingsten sind hier 12 schwedische Reiter zum erstenmal übernacht blieben, und in dem man aus Furcht aus dem Dorf gelaufen, da hat unser Jammer, Elend und Not ein Anfang genommen." Das wehrlose Dorf wurde immer wieder von den völlig verwilderten schwedischen wie auch kaiserlichen Horden, in deren Diensten auch ein Ramminger stand, heimgesucht. Allein zehnmal musste Pfarrer Mayer flüchten. „Am 14. September 1633 waren hier noch sieben Kühe und vier Pferde — die Leute zogen das Winterkorn und den Hafer selbst heim - am 8. Oktober gab es nur noch ein einziges Kühlein. Elisabeth Fröhlich v. Rappen wurde durchs Fenster erschossen, so dass sie sterben musste, ebenso Joan Rauch. Der greise Joan Bischlager, wie auch der blinde Johannes Hochnicher wurden mit einem Prügel totgeschlagen.

Maria Kichlern zu Eßmühle, welche jämmerlich und erbärmlich von Schwedischen Reitern ermordet wurde, ist drei frommen Töchtern Mutter gewesen.

" Zu diesem ganzen Elend gesellte sich in Unteregg auch noch die Pest. Am 31.12.1634 hausten noch zehn Familien im Dorf.

Im folgenden Jahr 1635 war es so trocken, dass das wenige Korn, das noch ausgesät werden konnte, verdörrte. Am 21. Juli kamen die „Schwedischen Reiter" zum letzten mal. Es war nichts mehr zu holen. „O Gott, die Not war groß. Wenig Menschen wur­den gesehen, die wohlbefarbet waren, der meiste Teil sah bleich gelb aus.

Der Hunger schaute aus den Augen heraus. In diesem Jammer waren alle wieder gegeneinander, keiner gönnte dem andern etwas. Die Bosheit hat also überhand genommen und des Menschen Psalm war: Es gilt alles, es ist nichts mehr Sünd."

1640 heiratet Michael Mayr auf der Unteren Egg Elisabeth Schadlin aus ,Kitzbüchel in Tirol'. Weitere nachgeborene Bauerntöchter oder Söh­ne aus Appenzell, Muchers / Tirol sowie Balzers bei Vaduz bewarben sich bei der Herrschaft Stein um die verwaisten Höfe. In Eßmühl werden Bernhard Ginal aus Bludenx. und Leonhard Schannal aus Vaduz / Liechtenstein seßhaft. Im Grundbuch des Egger Gerichts aus dem Jahre 1699 sind bereits wieder alle 36 Anwesen aufge­führt, darunter das des herrschaftlichen Oberjä­gers (Hausname beim Alten Jager). Das größte Anwesen zu dieser Zeit war der Schönlinger Hof (Beim Melcher). Im ausgehenden 18. Jahrhun­dert wird für die örtliche Brauerei auf Fl.-Nr. 37 Hopfen angebaut. Um 1800 wird aus der bisheri­gen Tränke an der gemeindlichen Flachsdarrhütte (heute Feuerwehrhaus) die „Neue Tränke" an der heutigen Mindeltalstraße angelegt. Aus die­ser Zeit ist auch ein öfftentliches Waschhaus am Weiher aufgeführt. 1809 werden die gemeindli­chen Viehweiden, die Sandgruben „in der Höll" sowie die „Leimgruben" in die Vereinödung (Ar­rondierung) eingebracht und den 39 Anwesen zugeteilt. Von diesen Höfen und Sölden waren zu damaliger Zeit noch 33 Wohnhäuser aus Holz, 26 hatten ein Landerdach (Schindeln), die restlichen 13 waren bereits mit Ziegeln einge­deckt. Um 1830 herrschte die Vierfelderwirt­schaft vor. Von 726 Jauchert Acker waren 144 Brache. In den Stallungen standen im Jahre 1831          47 Pferde, 12 Ochsen, 22 Stiere, 195 Kühe und fünf Schweine. Der Ertrag einer guten Wiese wurde mit 18 Zentner Heu und Ohmad veranschlagt. Von einem Zentner Saatkartoffcln konn­ten drei Zentner geerntet werden. Am 20. 9. 1868 verursachte ein zündelnder Bub einen Dorf­brand, dem acht Anwesen mit vier Nebengebäu­den zum Opfer fielen. Ausgehend von Orts-straße 2 erfaßte das Feuer den Bereich um das Bailergut (ehem. obere Wirtschaft) sowie sämtli­che Gebäude an der Köngetrieder Straße.

Aus dem Hof „beim Singer" (Kirchstr. 3) gingen die im Jahr darauf neuerstellten Anwesen (Ortsstr. 30 und Kirchstr. 1) hervor. Die Solde beim Bäcker wurde am Köngetrieder Weg neu aufgebaut (Nr. 21). Im Jahre 1900 kaufte die Gemeinde ein 4,8 Tagwerk großes Grundstück zur Kies­ausbeute an der Warmisrieder Flur.

Acht Jahre später wurde die Wassergenossenschaft auf 41 Mitglieder erweitert. Am 24. 1. 1910 faßte der Gemeinderat den Beschluß, den Bau der Mindeltalbahn über Rettenbach zu befürworten. Erste Versuche, die geplante Eisenbahnverbindung Mindelheim —Obergünzburg rechts der Mindel über Sonderhof, Bihls, Birkach und der Teufels-küche nach Günzach an die Kemptener Strecke zu führen, scheiterten. Auch dem nächsten Unternehmen, das obere Mindeltal mit dem bis zum Jahre 1929 zunächst weit gediehenen Plan einer Bezirksstraße von Dirlewang bis zur Landkreisgrenze zu erschließen, war kein Erfolg beschieden. Der Zweite Weltkrieg brachte sehr viel Leid in etliche Familien. 17 Männer kehrten nicht mehr lebendig in die Heimat zurück. Im Krieg 1914-1918 waren es 21 Gefallene.

Das Dorf wuchs um ein beträchtliches (zur Zeit 108 Hausnummern). Im Herbst 1982 wurde der neue Kindergarten bezogen, zwei Jahre später konnte die Gemeinde eine Wirtschaft ihr Eigen nennen. Sie war Besitzer der Unteren Gastwirtschaft ge­worden. Das Schulwesen m Unteregg kann bis zum Jahre 1611 zurückverfolgt werden. Fünf Generationen aus der Mesnerdynastie Karrer gaben zur Winterszeit Unterricht im alten Mesnerhaus (Mindeltalstraße 8). Ein Johannes Sing, Schullehrer, heiratete um 1750 die Witwe Ursula Karrer. Auf Drängen des Landgerichts Ottobeuren kaufte die Gemeinde im Jahre 1808 die Solde Nr. 12 von Johann Schmid und richtete hierein „Schullokal" um. Bei einer Inspektion des eben genannten Landgerichts am 28. 11. 1835 wurde vermerkt, daß der Schulsaal eine Höhe wie ein Viehstall hat.

Am Unterricht nahmen 24 Kinder teil- Zwei Jahre später nahm die Gemeindeum 600 fl eine Verbesserung der Schulverhältnisse vor. Der Schulraum wurde erweitert und die Lehrerwoh­nung in den l. Stock verlegt. Der nächste Umbau des Schul- und Mesnerhauses stand 1889 an. Der bisherige Schulsaal wurde als Lehrerwohnung umgebaut, und in die Ökonomieräume, die bis dahin genützt worden waren, kam nun der Unterrichtsraum. In der Baubeschreibung ist festge­halten, daß der Saal 84 m2 Bodenfläche mißt und darinnen bequem 108 Kinder Platz finden. Die Schule in ihrem heutigen Aussehen datiert mit dem erneuten Umbau ins Jahr 1921 (57 Kinder). Nach dem Anschluß an den Schulverband Dirlewang 1971 wurde tür die unteren Klassen noch kurze Zeit im Ort Unterricht erteilt. Zur Pfarrei Egg gehörten neben Unteregg, Ober­egg, Eßmühl, Bittenau (das bis 1852 zu St. Ott­mar, Eutenhausen, eingepfarrt war) und bis zum Jahre 1879 auch Lausbiehl und Sonderhof. Im Jahre 1633 sind bei einem Bevölkerungsstand von etwa 500 Seelen 38 Taufen aufgeführt, 1886 bei 650 Katholiken sind 40 Taufkinder regi­striert, und 100 Jahre später bei einem Stand von fast 800 Pfarrkindern waren es lediglich noch zehn Geburten.

1143 bestätigte Papst Coelestin II. dem Augsburger Domkapitel das Patronats-recht über die Pfarrkirche St. Martin. Die erste Kirche war im romanischen Stil erbaut. Aus der Zeit der Spätgotik stammt der heutige Bau, der 1477 vollendet wurde. Die hierfür verwendeten gewaltigen Tuffsteinquader wurden aus den herrschaftlichen Steinbrüchen im Griestal her­ausgesägt. Der Turm trug ursprünglich ein Sat­teldach. 1784 spendierte ein Bürger das Kupfer­blech für das neu aufgesetzte Helmdach.

Von 1849 bis 1852 dauerten die Meinungsverschie­denheiten zwischen Ober- und Unteregg, ob nun der undichte Spitzturm wieder mit Kupfer oder mit billigerem Schiefer gedeckt werden sollte. Da man sich nicht einig wurde, mußte das Dach über den Winter mit Stroh eingedeckt wer­den. Das Landgericht bestimmte schließlich, daß Schieferplatten verwendet werden. 

 
Der unter Denkmalschutz stehende Pfarrhof hat eine be­wegte Geschichte. Anno 1610 erhält Pfarrer Mi­chael Schilling vom Augsburger Domkapitel aus dem Oberegger Grasgeld , das diese bezogen, 100 fl zur Erbauung eines Spei­chers. Das Bauholz kam aus den Kapitelbesit­zungen bei Katzenhirn.

Am 27. 9. 1652 bewilligt der Vogt von Apfeltrach 30 fl zur Pfarrhofsreparatur.

Im Jahr 1709 wurde der Pfarrhof neu ge­baut. Bereits 1775 berichtet Pfarrer Dr. Josef Vakano, daß das Dach am Einstürzen sei und das Futter verfaule. Im Frühjahr 1784 began­nen wiederum die Arbeiten für einen neuen Pfarrhof. Vier Jahre später war er beendet, und es mußten 3800 fl aufgenommen werden, um die Schulden zu bezahlen. Davon übernahm die Malteser-Kommende zu Mindelheim nach lang­wierigen Prozessen (sie hatten zu dieser Zeit das Oberegger Zehentrecht inne) zwei Drittel der Summe. Diese Kostenteilung wurde auch bei späteren Reparaturen an Kirche und Pfarrhaus beibehalten. Ab 1803 ging der Anteil der Malte­ser-Kommende an das Staatsärar über.

 

 Bittenau

Der aus fünf Anwesen bestehende Weiler Bittenau gehörte im 15. Jahrhundert zur Herrschaft Stein, eine Solde zur Herrschaft Kemnat. Die Vereinödung wurde 1806 durchgeführt.

 Eßmühle

Im Jahre 1471 gelangten Teile des Gutes Eßmüh­le an das Kloster Irsee, von dem sie durch Tausch noch im gleichen Jahr an die Herrschaft Stein kamen. 1838 sind 33 Einwohner aufgeführt, da­von ein Müller, ein Ölschlager, ein Bauer, ein Söldner und ein Schreiner.

Höllbauer Die Einöde wurde im Jahre 1862 als Ausbruch aus dem Schönlingerhof erstellt.

 

Quellen und Literaturverzeichnis Blickle Peter. Memmingen, München 1967 (historischer Atlas von Bayern, Schwaben I, 4)

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Unsere Partnergemeinde heißt EMMELSBÜLL und liegt im hohen Norden, genauer gesagt in Nordfriesland. Nicht weit weg von der schönen Insel SYLT. Die Partnerschaft besteht offiziell seit dem Jahre 2000.
Lange Zeit zuvor fanden jedoch schon zahlreiche Besuche statt, die
durch H. Hecht (Unteregg) immer organisiert wurden. Er ist auch der Initiator der Partnerschaft.
Seit dem finden regelmäßig Besuche nach Emmelsbüll und umgekehrt statt. Auch die Musikkapelle ist fast jedes mal dabei! Jeder kann mitfahren. Wer nicht mitfährt verpasst was!!!

Internet Adresse: www.emmelsbuell-Horsbuell.de




Schorer Wendel hisst die Bayern Fahne im hohen Norden



Windpark


























Insel Sylt nahe Emmelsbüll



Festplatz der Schleusentage
(sehr viel Getreideanbau)
























Blick aufs Meer
bei Ebbe rechts ist die Schleuse

Fahrrad Ausflug


























Kleiner Hafen auf Sylt





letzter Abend in Emmelsbüll
















Wir singen das Holstein Lied und die BAYERN HYMNE

 
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